Arbeitsschutz in Werkstätten - das sollte man wissen!

Arbeitsschutz in Werkstätten - das sollte man wissen!

Vorschriften und Regeln für den Arbeitsschutz

Die grundsätzlichen Mindestanforderungen an die Persönliche Schutz Ausrüstung (PSA) sind in der rechtskräftigen EU-Richtlinie 89/686/EWG geregelt. Die Hersteller von PSA-Produkten sind verpflichtet, durch die CE-Kennzeichnung zu dokumentieren, dass ihre Produkte den europäischen Normen entsprechen. Das deutsche GS-Zeichen kann auf Antrag des Herstellers durch eine anerkannte Prüfstelle vergeben werden.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, alle mit der betreffenden Arbeit verbundenen Risiken zu bewerten und den Beschäftigten die für die jeweilige Aufgabe am besten geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls ist er dazu verpflichtet, darüber zu wachen, dass die notwendigen PSA von den Beschäftigten bestimmungsgemäß verwendet werden.

Die umfangreiche Übersicht der Arbeitsschutz-Produkte hilft, die richtige Investition zu tätigen. Alle Produkte entsprechen den einschlägigen Vorschriften für Arbeits- und Schutzkleidung.

Atemschutz

Atemschutz muss getragen werden, wenn Gefährdungen durch Schadstoffe in der Luft und/oder durch Sauerstoffmangel bestehen.

Atemschutz ist gewährleistet durch Atemschutz-Filtergeräte bzw. Atemschutz-Isoliergeräte, Halb- bzw. Vollmasken in Kombination mit verschiedenen Filtertypen wie Gas-, Partikel- und Kombinationsfilter (dieser ist Gas- und Partikelfilter in einem).

Augenschutz

Kein anderes Sinnesorgan ist so leicht verletzbar wie das Auge. Um Schädigungen der Augen zu vermeiden müssen Schutzbrillen getragen werden. Hierbei ist der Einsatzfall zu bestimmen und eine Schutzbrille entsprechend auszuwählen.

Gehörschutz

„Werden Mitarbeiter in Lärmbereichen beschäftigt, ist grundsätzlich die Gefahr einer Gehörschädigung gegeben!“

Bei der Auswahl der Gehörschützerarten ist die jeweilige Arbeitsumgebung zu berücksichtigen. Beispielsweise eine Exposition im Dauerlärm oder wiederholte kurzzeitige Lärmexposition, Warnsignale/Sprachkommunikation, Ortung von Schallquellen, und weitere.

Kopfschutz

„Ein Schutzhelm nach EN 397 schützt den Träger vor herabfallenden und pendelnden Gegenständen; eine Anstoßkappe nach EN 812 vor Verletzungen an feststehenden Gegenständen. Eine Anstoßkappe bietet immer mehr Sicherheit als gar kein Kopfschutz.“

Industrieschutzhelme wie dieser, sind Kopfbedeckungen aus widerstandsfähigem Material, die den Kopf hauptsächlich vor herabfallen Gegenständen schützen sollen. Trotzdem müssen sie folgende Schutzfunktionen erfüllen:

  • Stoßdämpfung
  • Durchdringungsfestigkeit
  • Beständigkeit gegen Flammen
  • Gewährleistung des Sitzes (Kinnriemenbefestigung)

Körperschutz

Schutzkleidung ist dann zu tragen, wenn mit Stoffen gearbeitet wird, die zu Hautverletzungen führen oder durch die Haut in den Körper eindringen können.

Besondere Gefahr geht von Verbrennungen, Verätzungen, Verbrühungen, Unterkühlungen, elektrischen Durchströmungen, Stich- und Schnittverletzungen aus. Diese Aufzählung macht deutlich, dass an die geeignete Schutzkleidung sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Für jeden Einsatzfall gilt, dass gleichzeitig möglichst großer Schutz, Bequemlichkeit, leichte Pflege und Wirtschaftlichkeit gegeben sein müssen.

Handschutz

Der Arbeitgeber hat das Risiko der Verletzungsmöglichkeit zu ermitteln und seine Arbeitnehmer darüber aufzuklären, wann welche Ausführungen von Arbeitshandschuhen getragen werden müssen. Bei Risiko-Änderung ist eine Neubewertung vorzunehmen und es sind dem neuen Risiko entsprechende Schutzhandschuhe bereitzustellen.

Hierbei sind Risiken in drei Kategorien zu klassifizieren:

Kategorie 1: minimale Risiken -> geringe Schutzanforderung

Kategorie 2: mittlere Risiken -> Schutz gegen mechanische Gefährdung

Kategorie 3: hohe Risiken -> Schutz gegen ernste und irreversible Schäden oder tödliche Gefahren

Fußschutz

An den Sicherheitsschuh werden in der EN ISO 20345:2011 geregelt und mit der Buchstabenfolge „SB“ gekennzeichnet. So zum Beispiel Abriebwerte des Laufsohlenmaterials, Wasserdampfzahl der verwendeten Schaftmaterialien, Konstruktion der Stahlkappe, pH-Wert der eingesetzten Materialien.

Die neue EN ISO unterscheidet Fußschutz deutlich in

  • Sicherheitsschuhe
  • Schutzschuhe
  • Berufsschuhe

Hautschutz

Das größte Organ, die Haut, ist Grenzfläche des Organismus zur Umwelt. Daraus leiten sich ihre wichtigen Schutzfunktionen gegen das Eindringen von Fremdstoffen und mechanische Beanspruchung ab. Sie ist ein äußerst lebendiges und wichtiges Organ uns die Aufrechterhaltung ihrer umfassenden Funktionen macht es zwingend notwendig, ihrer Schädigung und Erkrankung vorzubeugen.

Der systematisch durchgeführte Hautschutz aus den drei Komponenten vorbeugender Schutz, belastungsorientierte Hautreinigung und regenerierende Pflege findet im Anschluss an die Gefährdungsbeurteilung seinen Ausdruck in dem betriebs- oder bereichsspezifischen Hautschutzplan.

Hautschutzmittel können je nach Einsatzgebiet die Abwaschbarkeit von starken Verschmutzungen erleichtern, den Kontakt zwischen Schadstoffen und der Haut weitgehend verhindern, und die Quellung der Hornschicht unter okklusiven Handschuhen oder bei Feuchtarbeit reduzieren. Sie werden vor der Arbeit angewendet und dienen dem Schutz der Haut sowie auch der Vorbeugung von Hauterkrankungen.

Erste Hilfe

Alle Erste-Hilfe-Einrichtungen, Materialien und Geräte müssen schnell zu finden sein. Deshalb sind die Einrichtungen und Aufbewahrungsorte zu kennzeichnen. Eindeutiges Erkennungsmerkmal aller Erste-Hilfe-Einrichtungen ist europaweit ein weißes Symbol auf grünem Grund.

Für den Straßentransport gefährlicher Güter sind neben der Erste-Hilfe-Ausrüstung zusätzliche Schutzausrüstungen erforderlich. Je nach Inhalt des Transportgutes hat der Versender dem Transporteur das entsprechende Unfallmerkblatt auszuhändigen.

Sichern und Retten

Persönliche Absturzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen sind Rettungssysteme und gehören zu den individuellen Schutzmaßnahmen. Rettungssysteme schützen den Benutzer bzw. den zu Rettenden vor einem Absturz entweder durch Verhinderung eines Sturzes oder Auffangen eines freien Falls währenddes Rettungsvorganges. Sie bestehen aus einer Zusammenstellung von Bestandteilen, die mindestens eine Körperhaltevorrichtung (z.B. Rettungsgurt) und ein Befestigungssystem umfassen, die mit einer zuverlässigen Verankerung verbunden werden können.

Die Regeln (BGR 198, bisher ZH 1/709) fordern in Abschnitt 4 „Gefährdungsermittlung“, dass der Unternehmer vor der Auswahl und der Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz eine Gefährdungsermittlung durchführt und die Eigenschaften festlegt, die die persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz aufweisen müssen. Außerdem hat er bei Veränderungen der Arbeitsplatzbedingungen seine Ermittlungen zu überprüfen und diese zu dokumentieren.

Top Angebote zum Arbeitsschutz gibt es hier:

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.