Oft gefragt – rund ums Öl

Oft gefragt – rund ums Öl

Warum brauchen Fahrzeuge mit Partikelfilter ein besonderes Motorenöl?

Rainer Lemke: Im Partikelfilter sollen die zurückgehaltenen Rußteilchen verbrannt, bzw. in CO² umgewandelt werden. Rückstände aus dem Verbrennungsprozess sind eher schädlich und führen langfristig zu einer Verstopfung. Daher ist neben einer speziellen Bauform, die Verwendung eines Motorenöls, welches aschefrei verbrennt, eine mögliche Lösung, um Systemausfällen vorzubeugen. Als Messgröße wird hier die Sulfat-Asche herangezogen. Durch spezielle Additive, welche weniger Schwefel und Phosphor enthalten, reduziert man so deutlich den Aschegehalt der Öle, die im Handel als Low-SAPS- oder Low-ASH Motorenöle bezeichnet werden. Die Anforderungen an diese Schmierstoffe werden in den ACEA-Spezifikationen vorgegeben. Die zum Teil angepassten Spezifikationen der Fahrzeughersteller sollten bei der Ölauswahl unbedingt Beachtung finden.

Wie kommt es zur Ölverdünnung?

Rainer Lemke: Um die Emissionswerte einzuhalten, werden derzeit Oxidations–Kat-Pakete mit dahinter angeordnetem Partikelfilter eingesetzt. Werden Dieselfahrzeuge, vor allem im Kurzstreckenverkehr eingesetzt, kann eine Regenerationsphase, in welcher der entstandene Ruß verbrennen kann, nicht mehr eingeleitet werden. Als Voraussetzung um angelagerten Ruß in CO2 zu verbrennen, wird eine Temperatur von bis zu 700 Grad benötigt. Um die benötigte Anhebung der Abgastemperatur zu erreichen, hat sich die Kraftstoffnacheinspritzung bewährt. Hierbei werden mehrere kleine Einspritzimpulse gesetzt, die durch Nachverbrennung die Temperatur anheben sollen. Ein Teil des Kraftstoffs gelangt hierbei jedoch unverbrannt am sich abwärts bewegenden Kolben vorbei an die Zylinderwand und vermischt sich mit dem Motorenöl. Die Folge ist eine Ölverdünnung mit nachlassender Schmierfähigkeit, die am Ende zu einem Motorschaden führt. In der Regel gilt eine Ölverdünnung von 10 % noch als unbedenklich, mehr als 25 % sind zu vermeiden.

Warum und in welchen Abständen muss ein Ölwechsel stattfinden?

Rainer Lemke: Die Service Intervalle werden vom Fahrzeughersteller für die verschiedenen Einsatzbedingungen definiert. Bei modernen Fahrzeugen meldet meist der Bordcomputer, wann ein Wechsel sinnvoll ist. Unter anderem spielen die Kraftstoffqualität, der Kraftstoffverbrauch und die Fahrbedingungen eine große Rolle, wie lange das Öl seinen Job „reibungslos“ erfüllen kann. Ebenso ist der normale Alterungsprozess sowie das Nachlassen der Additive im Öl zu berücksichtigen, was letztlich zum Verlust der Schmierfähigkeit führen kann. Ölverdünnung, Anreicherung von Wasser und Schmutz oder aber auch Verlust durch Verbrennungsvorgänge sind weitere Faktoren. Es empfiehlt sich also den Ölstand in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und sich an die Wartungsvorschriften zu halten.

Öllagerung

Eine Werkstatt ohne Ölvorrat ist undenkbar. Die Lagerung von Ölen in Werkstätten natürlich ein Thema. Für die Lagerung in Werkstätten werden meistens Fässer mit Pumpvorrichtung verwendet, aber auch Kanister aus Polyethylen mit einem festen, luftdichten Verschluss. Idealerweise würde sich für größere Mengen vor allem der sogenannte Gittertank (IBC Container) für die Lagerung anbieten. Der Tank ist besonders standfest, er lässt sich mit einer Auffangwanne verbinden die, falls nötig, auslaufendes Öl auffängt und durch einen standardmäßig verbauten Auslaufhahn sehr bedienerfreundlich ist. Als brennbare Flüssigkeiten, auch wenn sich Öle nicht so leicht entzünden wie etwa Benzin, unterliegen Öle besonderen Sicherheitsvorschriften, die zum Schutz von Menschen und Umwelt unbedingt beachtet werden müssen. Für die Lagerung in Werkstätten sind geeignete Behältnisse durch den Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben. Es dürfen somit nur zugelassene Behälter für die Lagerung verwendet werden. Die risikoärmste aber auch am schwersten zu realisierende Lösung für die Lagerung der Öle ist sicher ein separates Öllager, welches räumlich getrennt von der jeweiligen Werkstatt geführt wird.

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